Archive for Mai, 2008

Im Universum rächt sich alles.

– Achja?

Nein, aber es sollte so sein!

In letzter Zeit habe ich versucht mir Schritt für Schritt abzugewöhnen über Dinge nachzudenken, die einen belasten und die Laune nach unten ziehen, aber momentan frage ich mich wirklich warum Menschen lügen?
Da ich heute Nacht mal wieder die Gelegenheit hatte mein Mail-Archiv mit allen Konversationen der letzten 3,5 Jahre durchzustöbern bin ich auf einige vertraute Wortwechsel gestoßen. Diese lassem in einem alte Gefühle hochkommen, wecken Erinnerungen an Dinge die einmal waren, sei es privat oder “geschäftlich”.
Emotionen und Bilder werden frei, die an schöne Zeiten aber auch an schlechte Zeiten erinnern. Teilweise lief auch das Suchprogramm meines ICQ- und MSN-Instantmessengers ohne Pause durch. Auf der Suche nach bruchstückchenweisen Erinnerungsfetzen an tiefgründige und ernsthafte Unterhaltungen mit Menschen die man immer wieder täglich in der Schule, auf der Straße oder im Zug antrifft.
Als ich im Archiv der privaten Mails angekommen bin, kamen zeitgleich die Erinnerungen an Unterhaltungen im echten Leben mit diesen Personen auf. Da hab ich mich dann einfach nur gefragt, warum können Menschen so abartig falsch sein, warum verstellen sich Menschen?

Es gibt viele Interpretationen, sie wollen etwas sein, was sie nicht sind oder aber sie wollen, dass alle Menschen diese mögen. Nur stellt sich mir die Frage, warum schmiert mir ein Mensch so viel Honig um den Mund? Lügen über Lügen, jede Aussage ist fast eine Lüge – wie soll ich diesem Menschen mein Vertrauen schenken? Und diese Person sagt mir, ich hätte das Vertrauensverhältnis gestört …
Ich habe mir einige Gesprächsmitschnitte und Mails durchgelesen und in jedem sind nur scheinheilige und verlogene Aussagen.

Wenn mich ein Mensch belügt, dann reagiere ich nicht immer gleich. Es kommt auf die Lüge, auf die Situation an. Manche Lügen kann ich verzeihen oder sogar darüber hinwegsehen, andere eben nicht. Es liegt bei jedem selbst wo und wie hoch die Schmerzgrenze ist und muss alleine entscheiden ob die persönliche Schmerzgrenze erreicht oder sogar überschritten wurde und welche Konsequenzen daraus gezogen werden. In manchen Fällen war die Schmerzgrenze bei mir erreicht und wurde von so mancher Person sehenden Auges überschritten.
Mir ist auch bewusst, dass erst die Lüge das Miteinander erträglicher und einfacher macht, wenn wir es nicht anders kennen würden, also immer die Wahrheit sagen würden, dann wären viele Dinge extrem schwer …
Unsere Eltern bringen uns ja schon das Lügen von klein auf bei. “Geh du mal ans Telefon, wenn es XXXXXXXX ist, dann sag ich bin nicht da …” diese und ähnliche Aussagen hat jeder schon mehr als nur einmal gehört.
Manchmal handhabe ich es aber auch so, dass wenn ich jemanden dabei “erwische” wie er mich anlügt, zerlege ich seine Antwort solange bis demjenigen auffällt, dass ich weiß das er lügt. Oft versuche ich herauszubekommen, was demjenigen zum Lügen bringt und dann darüber reden. Dies hängt aber davon ab, wie viel Wert mir der andere ist.

Meist ist der Grund für eine Lüge eine lapidare Sache, die ihm viel schlimmer erscheint als sie wirklich ist und deswegen Angst hat diese zuzugeben. Ihm ist dabei nicht bewusst, wie dumm Lügen ist und vor allem wie er sich selbst schadet.

Ich habe mir einige Gedanken zu diesem Thema gemacht und versucht diese in Verbindung mit meinen bisher Erlebten zu stellen, dabei ist mir bei jedem Fall aufgefallen, dass Menschen lügen, …
- um ihre eigenen Schwächen zu verbergen
- weil sie große Angst vor der Wahrheit haben
- um sich zu profilieren
- um ein Ziel zu erreichen
- weil sie Angst vor Konsequenzen haben für eine ihrer Taten
- weil es ihnen so seit Kindesalter so beigebracht wurde und es ihnen heut heute noch so vorgelebt wird und sie nicht ausreichend willensstark sind

Es lässt sich kurz sagen das Menschen lügen, weil sie sich durch diese Lügen Vorteile jeglicher Art versprechen, weil sie im Grunde zu schwach sind, mit der Wahrheit und Kritik umzugehen oder weil sie es für den einfachsten Weg halten, einem möglichen Konflikt zu entgehen.

Solch beeindruckendes Lügengebilde habe ich vor kurzem kräftig ins Wanken gebracht, was mir derjenige sicherlich aufs Übelste ankreidet.
Dieser Konfrontationskurs jedoch nimmt einem jeglichen Spaß am Leben und manchmal sind gelogene Schleimereien ja ganz niedlich und es hilft einfach, wenn man das Spiel dieser Person eine Zeit lang mit zu spielen. Er sah in mir wohl einen dummen naiven Menschen, den man übern Tisch ziehen kann, einen Bittsteller oder so etwas, aber da hat er einen kapitalen Fehler begangen, er hat meine Freundlichkeit als Schwäche angesehen. Er war nett und ich war auch nett, denn so wie die Leute sich gegenüber mir verhalten, so bin ich auch zu diesen.
Er wollte ein Spiel spielen und dachte er hat die Macht, er kann mich steuern. In diesem Glauben werde ich ihn auch noch lassen, bis irgendwann der Tag kommt, an dem er einsehen muss, dass ich die Spielregeln aufstelle …